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Willkommen auf der Homepage der Villa ten Hompel!
Der heutige Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster – ehemalige Fabrikantenvilla, Sitz der Ordnungspolizei im Nationalsozialismus, Ort der Entnazifizierung und Dezernat für Wiedergutmachung im Nachkriegsdeutschland – bietet heute Raum für die Auseinandersetzung mit geschichtlichen und aktuellen Themen zwischen Erinnerungskultur und Demokratieförderung am historischen Ort.
Aktuelle Meldungen
„Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes“ Stefanie Schüler-Springorum stellt ihr Buch zur Nachkriegsgeschichte vor
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum stellt am Donnerstag, 12. Februar, ihr Buch „Unerwünscht“ um 19 Uhr am Geschichtsort Villa ten Hompel vor. © Monika Keiler
Die Buchvorstellung findet am Donnerstag, 12. Februar, um 19 Uhr in der Villa ten Hompel statt, Kaiser-Wilhelm-Ring 28 in Münster. Die Veranstaltung wird auch über Zoom übertragen.
Es gab nach 1945 nicht weniger Antisemitismus und Rassismus, nicht weniger Hass auf Homosexuelle als während des Nationalsozialismus, sondern wahrscheinlich sogar mehr. Das gängige Bild von der gelungenen Demokratisierung der Bundesrepublik bekommt durch die Erfahrungsgeschichten der vormals Verfolgten einen Riss, denn sie zeigen, dass der Hass und die Ressentiments gegen sie nicht einfach verschwanden. Sie waren tief im Denken der Menschen verankert und sind es zum Teil bis heute. Die Gründe und Funktionen dieser Einstellungen mögen sehr unterschiedlich sein, doch sie haben eines gemeinsam: den Wunsch der Mehrheitsgesellschaft, dass die betroffenen Menschen nicht da sein sollten.
„Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes“, nennt daher die renommierte Berliner Historikerin Dr. Stefanie Schüler-Springorum ihre Forschung, die sie am Donnerstag, 12. Februar, um 19 Uhr am Geschichtsort Villa ten Hompel vorstellt. Seit 2011 ist die Professorin die Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin sowie seit 2012 Ko-Direktorin des Selma-Stern-Zentrums für jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Die Buchvorstellung wird auch per Zoom übertragen, allerdings nur zum Zuhören, ohne Chat- oder Frage-Funktion. Die Moderation im Saal übernimmt Thomas Köhler, Historiker am Geschichtsort Villa ten Hompel.
Veranstalter sind die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster, das Evangelische Forum Münster, die Regionalarbeitsgruppe Münsterland von Gegen Vergessen – Für Demokratie, das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Westfalen-Lippe.
Meeting-ID: 822 4727 9344
Kenncode: 8A0KkZ
Foren für historisch hochsensible Themen
„Wie konnte das geschehen?“, fragt Götz Aly in seinem gleichnamigen Buch zu Deutschland 1933-1945. Die Vorstellung des Titels findet im Fürstenberghaus, Domplatz 20-22, in Münster statt © Susanne Schleyer
Volles Halbjahres-Programm von A bis Z: Von Aly im Fürstenberghaus bis „Zweite Karrieren. NS-Eliten im Nachkriegsdeutschland“
Ein deutsch-polnisches Gedenkstättenforum wird sich im März in Münsters Partnerstadt Lublin als Expertengremium gründen. Das teilte Stefan Querl, Leiter der Villa ten Hompel, bei der Vorstellung des neuen Programms für den Geschichtsort am Kaiser-Wilhelm-Ring mit. NS-Gedenkstätten beider Länder werden sich künftig regelmäßig austauschen. So bei ihrem Folgetreffen im Herbst in Dresden und danach abwechselnd dann in Polen und Deutschland, um politisch hochsensible Themenfelder wie Besatzungsverbrechen und deren Folgen, Ghettos oder die historischen Grenzerfahrungen zu bearbeiten. Aber auch drängende Fragen der Bestandssicherung von KZ-Baracken oder KI in der Bildungsarbeit.
Majdanek, die Gedenkstätte in Münsters Partnerstadt, übernehme dankenswerterweise die Federführung gemeinsam mit einem Team am Berliner Mahnmal für die ermordeten Juden Europas mit der Stabsstelle Deutsch-Polnisches Haus und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Als Vizevorsitzender des Freundeskreises Münster-Lublin dankte Stefan Querl Oberbürgermeister Tilman Fuchs, Stadträtin Cornelia Wilkens, Justiziarin Michaela Heuer und dem gesamten Verwaltungsvorstand für die nachhaltige Unterstützung der deutsch-polnischen Städtepartnerschaft. Zumal Münster jetzt mit Lublin auch daran anknüpfe, im Baltikum ein maßgebliches Gründungsmitglied des Riga-Komitees gewesen zu sein vor 25 Jahren.
Ein Dank gebühre hausintern aber auch dem Konzeptions- und Redaktionsteam für die Veranstaltungen: Thomas Köhler, Karolin Engel, Naomi Roth mit vertrauten externen Kooperationspartnern wie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte (WIR), denn auch im ersten Halbjahr 2026 sei es möglich, kostenfreie und in aller Regel frequenzstarke Formate anzubieten. Und das unter klaren Themenlinien wie etwa bei den Mittwochsgesprächen.


