Zukunft-StadtRaum-Martiniviertel

Die Zukunftsgestaltung im Überblick

Mehr Raum für Fuß- und Radverkehr, mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und mehr Klimaschutz – das sind die Ziele für die Zukunft im historischen Martiniviertel. Angedacht ist hierbei eine Umgestaltung von Hörsterstraße, Stiftsherrenstraße, Martinistraße und des kleinen Platzes am Bült.

Die Stadtverwaltung arbeitet zur Zeit an der detaillierten Planung und anschließenden Umsetzung einer im NRW-Fördermittelwettbewerb „Zukunft StadtRaum“ erfolgreichen Entwurfsidee. Fördermittel stehen hierfür bereits zur Verfügung.

Weiterhin ist auch unter der Erde einiges zukunftsgerecht auszugestalten: die Leitungsinfrastruktur in einigen Straßen ist in die Jahre gekommen und benötigt eine Erneuerung und einen Ausbau. 

Mit der Maßnahme „Zukunft StadtRaum Martiniviertel“ fügt sich beides zu einem Vorhaben zusammen: Leitungen werden erneuert, ausgebaut und anschließend werden die Straßen und der Platz am Bült neu und zukunftsgerecht gestaltet.

Ab Mai 2025 geht es los!

Projektphasen 1 und 2: Neue Leitungen für das Quartier

Die Zukunft im Martiniviertel beginnt unter der Oberfläche: Bevor Straßen und Plätze umgestaltet werden, kümmern sich die Stadtnetze Münster um zukunftssichere Energie- und Wassernetze im Quartier.  Die Bauarbeiten dazu beginnen im Mai 2025.

Dazu gehören:

  • die Erneuerung und Erweiterung des Wärmenetzes als klimafreundliche Alternative zur Wärmepumpe im historischen Umfeld
  • die Verstärkung des Stromnetzes
  • eine teilweise Erneuerung der Trinkwasserleitungen
  • Die erste Bauphase beginnt im Mai 2025 in der Lotharinger Straße und angrenzenden Bereichen der Hörsterstraße und Promenade. Danach folgen weitere Abschnitte in der Hörsterstraße, Stiftsherrenstraße und Martinistraße. 

Die Arbeiten in der historischen Altstadt werden laufend archäologisch begleitet. 

Die Baumaßnahmen werden geänderte Wegeführungen während der Bauzeit mit sich bringen, so dass PKW, Busse und Radfahrende zeitweise umgeleitet werden müssen. Die Zugänglichkeit von Einrichtungen und Parkplätzen bleibt jedoch erhalten.

Weitere Informationen:  Infrastrukturmaßnahmen der Stadtnetze Münster im Martiniviertel 
Antworten auf häufige Fragen:  FAQ-Liste (pdf, 213 KB)
 

Projektphase 3: Die zukunftsgerechte Neugestaltung von Straßen und Plätzen

Parallel zum Leitungsbau arbeitet die Stadt Münster weiter aktiv an der detaillierten Entwurfs- und Ausführungsplanung für die spätere zukunftsgerechte Neugestaltung von Hörsterstraße, Stiftsherrenstraße, Martinistraße und Platz am Bült. Die Ideen aus dem städtebaulichen Vorentwurf werden dabei konkretisiert, genaue Pläne erstellt und nötige Genehmigungen für die dann folgende bauliche Umsetzung vorbereitet. 

Ziel ist ein Abschluss der Umgestaltungs- und Baumaßnahmen bis Ende 2028 – mit einem modernen, klimagerechten und lebendigen Stadtviertel als Ergebnis.

 

Zum Hintergrund: Von der ersten Idee bis heute

Schon seit längerem sind im Martiniviertel verschiedene Herausforderungen und Probleme bekannt:

  • Viele Autos und Busse durchqueren die enge Hörsterstraße inmitten des Quartiers. Die Gehwege sind schmal, nicht barrierefrei, parkende Autos nehmen viel Fläche in Anspruch und Fuß- und Radverkehr haben zu wenig Platz.
  • In der Straße gibt es nur sehr wenig Stadtgrün. Die Flächen sind asphaltiert oder gepflastert, sehr dunkel und deshalb im Sommer sehr heiß. Wasser fließt direkt in die Kanalisation statt zu versickern oder zu verdunsten. Das ist nicht klimagerecht.
  • Die Martinistraße hinter dem Theater ist kein Ort, an dem sich Menschen gut aufhalten können, könnte es aber sein.
  • Direkt vor der historischen Kulisse des Standesamtes ist eine Bushaltestelle. Es ist nur sehr wenig Platz für die Hochzeitsgesellschaften, kein Grün und auch keine Möglichkeit, Fahrräder geordnet abzustellen.
  • Der kleine (ehemalige) Parkplatz am Bült könnte besser genutzt werden. 

Als Teil eines umfänglichen Zukunftsprozesses für die gesamte Innenstadt arbeitet die Stadt Münster seit 2021 gemeinsam mit Fachplanenden und der Öffentlichkeit an einem Konzept speziell für das Martiniviertel. Das Quartier soll lebenswerter, grüner und klimagerechter gestaltet werden. Im Fokus stehen hier die Hörsterstraße, die Stiftsherrenstraße, die Martinistraße und der ehemalige Parkplatz am Bült.

 

Die Chronologie

 

2021: Ein Förderwettbewerb und „Ausprobieren“ mit Reallabor

Im Jahr 2021 hat die Stadt Münster die Chance ergriffen, an einem Fördermittelwettbewerb des Landes Nordrhein-Westfalen teilzunehmen. Unter dem Titel „Zukunft StadtRaum“ suchte das Bauministerium innovative Ideen dazu, wie Straßenräume attraktiv neu, vielfältiger und klimagerechter umgestaltet werden können. Dies passte sehr gut für die Hörsterstraße, den Parkplatz am Bült und die Martinistraße. Die Stadt Münster hat sich im Wettbewerb beworben und dafür erste Ideen für eine zukunftsgerichtete Umgestaltung entwickelt.

Bereits im Sommer 2021 vermittelte ein Reallabor einen Eindruck davon, wie sich eine verkehrsberuhigte Hörsterstraße auswirkt und anfühlt. Die Straße war für rund zwei Monate für den Pkw-Verkehr gesperrt und verwandelte sich mit Picknicktischen und -bänken, Sitzterassen und Pflanzen zu einem attraktiven Aufenthaltsort. 

Impressionen vom Reallabor 

 
2022: Erste Entwurfsideen - Interessierte redeten mit 

Im Frühjahr 2022 wurde die Stadt Münster mit ihrer Entwurfsidee für das Martiniviertel als Sieger im Fördermittelwettbewerb prämiert. 

Die ersten Entwurfsideen für die Hörsterstraße, den kleinen Parkplatz am Bült und die Martinistraße verfolgten folgende Ziele:

  • eine verkehrsberuhigte Zone entsteht und löst die Dominanz von Bussen und Autos ab
  • keine parkenden Autos mehr in der Hörsterstraße und damit mehr Platz für Rad- unf Fußverkehr
  • eine Verbesserung der Barrierefreiheit
  • mehr Raum für Fahrradstellplätze
  • mehr Orte zum Verweilen auch ohne Konsumzwang
  • Klimagerechtigkeit durch mehr Grün, innovative Regenwasserbewirtschaftung und weniger Versiegelung
  • eine stadtgestalterische Aufwertung, durch die auch die Denkmäler in Wert gesetzt werden. 

Im Juni 2022 fand eine Beteiligungsaktion auf dem Parkplatz am Bült statt. Hier wurden die ersten Entwurfsideen ausgestellt und bei Spaziergängen im Viertel vor Ort erläutert. Interessierte konnten ihre Anregungen zu den Ideen einbringen und mit den Landschaftsarchitekten vom Büro SAL Landschaftsarchitektur GmbH und Mitarbeitenden der Stadt Münster, die die Entwürfe gemeinsam erarbeitet haben, diskutieren. Parallel bestand die Möglichkeit, Vorschläge und Anmerkungen im Internet online in den Entwurf einzutragen. Die Anregungen zu den ersten Ideen, die interessierte Menschen dazu online eingetragen haben, können hier eingesehen werden:

Erste Ideen - Mikrokiez Martiniviertel

 
2023: Die Förderzusage

Im August 2023 erreicht die Stadt Münster die erfreuliche Nachricht, dass die Bewerbung erfolgreich war und Fördermittel für dieses Vorhaben in Höhe von rd. 4,1 Mio. Euro vom Land NRW bewilligt wurden. So können weitere Planungsschritte und auch der Umbau weiter ausgeführt werden.

 
2024 bis heute: Grundlagenermittlung und Entwurfsplanung in einem sensiblen Stadtraum

Im Zuge der Grundlagenermittlung, einer wichtigen Aufgabe im Zuge der Entwurfserarbeitung, wurden alle relevanten Aspekte dieses historisch wertvollen Innenstadtbereichs mit Geschäften, Restaurants, Hotels, Wohnhäusern, dem Theater Münster, dem Standesamt, Schulen und mehr erfasst und sorgfältig betrachtet. Ziel war es, die wichtigsten Beteiligten und Interessen frühzeitig zu erkennen, um die Gestaltungsmaßnahme abgestimmt und vorausschauend vorbereiten zu können.

Dabei wurden auch besondere Anforderungen berücksichtigt, etwa aus den Bereichen Archäologie, Denkmalschutz, Feuerwehr, Umweltschutz sowie der Versorgungstechnik. Ebenso flossen Bedarfe von Gastronomie, Einzelhandel und Anwohnenden in die Überlegungen ein. Auch die Ergebnisse der Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung des Jahres 2022 lieferten hierzu wertvolle Informationen.

Aufbauend auf der vorliegenden Entwurfsidee beginnt nun die nächste Planungsphase: Die Ausarbeitung eines ausführungsreifen Plans. In den kommenden Monaten folgen dazu die sogenannte Entwurfs- und Ausführungsplanung. Diese Schritte sind notwendig, um alle baulichen, technischen und organisatorischen Details festzulegen. Auch politische Gremien müssen dem weiteren Vorgehen noch zustimmen.

Während der zukünftigen Planungsphasen werden die „Martiniviertler“ sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt über die Planungen und die Zukunftsgestaltung des Martiniviertels informiert.

Sobald alle Planungen abgeschlossen und die erforderlichen Beschlüsse gefasst sind, kann mit der baulichen Realisierung des Vorhabens begonnen werden. Der Abschluss der Arbeiten zur Umgestaltung der Straßenräume wird Ende 2028 erwartet.

Amt für Mobilität und Tiefbau

Planung Verkehrsinfrastruktur

Albersloher Weg 33

48155 Münster

martiniviertel@stadt-muenster.de